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Comboni-Missionare

Neuer Provinzial der Comboni-Missionare

Einen herzlichen Gruß!

Direkt aus Brasilien kam ich als (vorläufig) letzter im Dezember zur Hausgemeinschaft der Comboni Missionare hinzu und durfte mich gleich ins neu renovierte Haus setzen. Ich möchte mich Ihnen kurz vorstellen.

Ich bin P. Karl Peinhopf, gebürtig aus der grünen Steiermark, und aufgewachsen in einer bäuerlichen Großfamilie. Mit 20 Jahren lernte ich die Comboni Missionare kennen und absolvierte mein Theologiestudium in Innsbruck und in Granada (Spanien). Nach der Priesterweihe, im Jahr 1982, kam ich gleich nach Brasilien. Dort verbrachte ich, in zwei Perioden, insgesamt 20 Jahre, die wohl zu den schönsten meines Lebens gehören. Dabei kam ich in fast ganz Brasilien herum. Viele Jahre davon war ich in der Begleitung von jungen Theologiestudenten tätig, durchgängig aber auch in der direkten Pastoralarbeit, mit Kaffeebauern im Landinnern, sowie mit den Armen an der Peripherie von den Großstädten Vitória, Manaus und Curitiba. Ich erlebte mich total integriert in der sehr lebendigen brasilianischen Ortskirche, von der ich mehr empfangen durfte, als ich selbst geben konnte .

Ende 2013 wurde ich zum neuen Provinzial der deutschsprachigen Provinz (Deutschland, Österreich, Südtirol) gewählt. Dieser Dienst gilt für die nächsten drei Jahre. Auch wenn ich viel unterwegs sein werde, freue ich mich auf Gelegenheiten eines persönlichen Kennenlernens und vor allem auf ein gutes Miteinander zwischen des Pfarrverbandes und unserer Hausgemeinschaft. Ich wünsche uns allen, dass wir uns gegenseitig zu einer Bereicherung werden, oder wie Papst Franziskus es ausdrückt, dass auch St. Kunigund immer mehr zu einer missionarischen Pfarrei werde, in der mit Freude das Evangelium gelebt wird!Herzlich  P. Karl Peinhopf

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Pfarrvikar Herbert Gimpl offiziell eingeführt

Kunigunder freuen sich über frischen Wind 100 Tage lang ist er gemeinsam mit seinem Schwager auf dem Jakobsweg gepilgert. Rechtzeitig zu seiner offiziellen Einführung als Pfarrvikar stand Comboni-Pater Herbert Gimpl aber wieder am Kunigunder Ambo, um mit seiner Gemeinde Gottesdienst zu feiern. Gleichzeitig ist auch die Ordensgemeinschaft in Gleißhammer begrüßt worden. In ihrer Ansprache brachte Pfarrgemeinderatsvorsitzende Maria Tarka-Talaska die Freude und Dankbarkeit der Kunigunder zum Ausdruck, die die Entscheidung der Comboni-Gemeinschaft mit sich gebracht hat, das Provinzialat und die Provinzverwaltung nach Gleißhammer zu verlegen. Sie freue sich auf die gemeinsame Zukunft, eine lebendige Gemeinde und die Zusammenarbeit zum Wohle der Mitmenschen. Ihr Aufruf an die neuen Hausherren in der Scharrerstraße „Nutzen Sie unsere Begeisterung. Unsere Herzen sind Ihnen zugeneigt!“ Der neue Pfarrvikar antwortete auf diese Worte mit Weitblick: „Wir können nicht eingeschlossen bleiben – intern in uns. Das Evangelium zu verkünden ist unser Auftrag.“ Und so werden die Comboni-Missionare nicht nur Ansprechpartner und Seelsorger für die etwa 3000 Katholiken in Gleißhammer werden, sondern auch über den Kirchturm hinaus agieren. Diese Offenheit war auch beim anschließenden Steh-empfang zu spüren. Dort erzählte Pater Herbert Gimpl noch die ein oder anderen Pilgererlebnisse. Valentina-Anna Rätz

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2600 Kilometer durch Hitze und Schnee

Überhäuft mit Erlebnissen und Eindrücken sind die beiden Jakobspilger, Siegfried Mücke und sein Schwager, der Combonipater Herbert Gimpl am 23.07.2013 von ihrer rund 100-tägigen Pilgerreise nach Santiago de Compostela zurückgekehrt. 

Allersberg: 2600 Kilometer durch Hitze und SchneeWenn sie zu erzählen anfangen, dann können sie fast nicht mehr aufhören. Auf den 2600 Kilometern Fußmarsch von Allersberg, wo sie am 17. April gestartet waren, bis zum großen Wallfahrtsort Santiago de Compostela haben sie Kälte und Hitze, Regen, Schneesturm und Graupelschauer mitgemacht.

„Wir sind auf unserem Weg quasi von der Krokusblüte bis zur Getreideernte gelaufen“, erzählt Pater Herbert. Sie haben wunderschöne Landschaften durchwandert, froren und schwitzten. Und immer wieder taten die Füße weh, aber aufgeben wollte keiner von ihnen. „Wir sind jeden Tag gelaufen, das war unsere tägliche Arbeit. Und Arbeitstag war jeden Tag“, erzählt Siegfried Mücke. Über ihre Erlebnisse und Eindrücke haben sie Tagebuch geführt. „Viel, viel Matsch durch den Wald und die Wiesen“, schrieb Herbert Gimpl am 18. Mai, als man bereits in den französischen Alpen war. Überhaupt war die Wanderung auf dem Jakobsweg viel von Regen geprägt, so stark, dass Siegfried Mücke seine neuen, teuren Wanderschuhe kurz nach Le Puy in Frankreich durch neue Schuhe ersetzen musste, weil sich die Sohlen ablösten.

Nach dem Start am 17. April an der Jakobskapelle in Kronmühle erreichten sie am 29. April St. Gallen, waren am 3. Mai in Einsiedeln und am 16. Mai in Bardonnex (Schweiz) an der Grenze nach Frankreich. Am 31. Mai waren sie in Le Puy, einem französischen Marienwallfahrtsort. Dort stempelte ihnen der Bischof persönlich die Pilgerausweise, in denen sie teilweise wunderschöne Stempel gesammelt haben. Rund 230 Stück können sie jetzt präsentieren, von Herbergen, Kirchen und Geschäften, wo sie sich Proviant besorgten. In der Schweiz sind auch die Kirchen der evangelisch-reformierten Gemeinden für die Jakobspilger geöffnet.

In Le Puy trafen sie auch andere Pilger wieder, denen sie Tage oder Wochen zuvor schon auf ihrem Weg begegnet waren. Dann ging es weiter. Am 15. Juni erreichten sie Spanien und trafen schließlich am 16. Juli in Santiago de Compostela ein. Da führte der Weg erst einmal in die große Kathedrale aus dem 11. Jahrhundert, die im Laufe der Zeit mehrfach erweitert und umgebaut worden ist. Von der Größe der Kirche waren sie beeindruckt. Schlange stehen hieß es, bis man zur Jakobsfigur vorstieß und der Tradition gemäß den Heiligen Apostel umarmen konnte. Der Lohn war ein Bildchen mit einem spanischen Jakobsgebet. „Nachdem ich für jedes Enkelkind ein Bildchen mitnehmen wollte, musste ich das Ganze mehrmals durchziehen“, sagt Siegfried Mücke.

Der Legende nach soll Jakobus der Ältere, einer der zwölf Apostel Jesu nach dessen Himmelfahrt, sofort nach Spanien aufgebrochen sein, um dort zu missionieren. Im Jahre 43 wurde er aber in Palästina geköpft und seine Jünger sollen seinen Leichnam auf dem Seeweg nach Spanien gebracht haben. Wegen kriegerischer Auseinandersetzungen wurde der Leichnam in einem Grab versteckt und erst im 9. Jahrhundert wiederentdeckt. Santiago wurde alsbald zum Wallfahrtsort und war im Mittelalter neben Rom und Jerusalem der bedeutendste Wallfahrtsort der Christenheit. Seit dem 11. Jahrhundert ist die Jakobsmuschel das Pilgerzeichen.

Auch Siegfried Mücke und Herbert Gimpl trugen die Jakobsmuschel während ihrer Wallfahrt um den Hals und konnten so überall als Pilger erkannt werden. So wurden sie Ende April in Markt Rettenbach im Allgäu von einer Frau Anfang 50 gebeten, ihr Anliegen mit zum Grab des Jakobus zu bringen. Sie kannten zwar das Anliegen nicht, aber das Versprechen lösten sie ein. „Einem Jakobspilger darf man ein Anliegen mitgeben“, weiß Pater Herbert nicht nur seit dieser Begegnung.

Und Begegnungen gab es reichlich. Eines Abends, so erinnert sich Siegfried Mücke, „waren wir eine bunte Mischung rund um den Tisch“. Neben den zwei Bayern saßen da auch noch ein finnisches Ehepaar, eines aus Ungarn, eine Frau aus Schweden und vier Italienerinnen. „Unterhalten haben wir uns dann in Englisch.“ Unterwegs wurden sie manchmal zu einem Bier oder zum Kaffee eingeladen und ihnen Süßigkeiten als kleine Wegzehrung mitgegeben. Überhaupt sind beide begeistert von den Begegnungen mit den vielen unterschiedlichen Menschen. „Wir haben nur gute Erfahrungen gemacht.“ Eines Abends, als draußen Graupelschauer niedergingen und es gerade mal noch vier Grad hatte, wurden sie beim Erreichen des Nachtquartiers von zwei Frauen noch zu einer warmen Reissuppe eingeladen. „Ich wusste gar nicht, wie ich den Löffel halten sollte“, erinnert sich Mücke, so fror es ihn in den Fingern.

Aber von Blasen an den Füßen oder gesundheitlichen Einschränkungen blieben die beiden verschont: „Dafür sind wir sehr dankbar.“ In Gevandan in Frankreich wurden sie in der Herberge von einem Chorleiter zum Schnaps eingeladen. „Wir sangen die Tonleiter; jeder konnte sich einen Ton aussuchen, dann gab es eines von den neun bereitstehenden Schnäpschen.“ Santiago de Compostela war noch nicht das Ende der Wallfahrt, denn der Jakobsweg endet erst rund 90 Kilometer weiter westlich. Für diese Strecke zum Kap Finisterre nahmen die Beiden aber den Bus und übernachteten dort noch, bevor es wieder nach Santiago zurückging. Sie nahmen sich einige Tage Zeit und sahen sich in der Stadt um, und Pater Herbert Gimpl dachte in diesen Tagen auch zurück an Conques, einen kleinen Ort am Jakobsweg, nicht weit entfernt von Allersbergs Partnergemeinde Saint Céré. Die alte Kathedrale mit der Schenkung Karls des Großen, wo sie gemeinsam mit den dort ansässigen drei Prämonstratensermönchen die Heilige Messe gefeiert hatten und noch ein Orgelkonzert miterleben konnten, wird ihm stets in Erinnerung bleiben. Als sie dann am Dienstag am Flughafen in München von der Familie abgeholt und in Allersberg mit dem Frankenlied willkommen geheißen wurden, da waren sie doch recht froh, die Pilgerfahrt gut hinter sich gebracht zu haben.

aus dem Hilpoltsteiner Kuriervon Reinhold Mücke (leicht geändert)


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