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Menschen in St. Kunigund

Thomas Scheer

Zugegeben, die Idee ist nicht neu. St. Peter tut es, die steirische Heimatgemeinde meines Mannes tut es und wahrscheinlich noch viele andere. Was nämlich?

Sie stellen in ihrem Pfarrblatt Menschen in der Gemeinde vor. Warum soll man sich nicht von anderen Pfarreien inspirieren lassen und gute Ideen übernehmen? Deshalb mache ich es mir zur Aufgabe, in lockerer Reihenfolge verschiedene Gemeindemitglieder vorzustellen. Ziel ist, die Menschen, die hier arbeiten, hauptamtlich oder ehrenamtlich, oder sich der Gemeinde verbunden fühlen, bekannt zu machen, etwas von ihrer Person, ihrer Tätigkeit und ihren Zielen mitzuteilen.

Als Erstes habe ich ein Interview mit Thomas Scheer, unserem neuen PGR-Vorsitzenden, gemacht, der bei der Einführung des PGR im Familiengottesdienst zwar alle zu Wort kommen ließ, aber sich selbst vornehm im Hintergrund hielt. 

Thomas, kannst du zuerst kurz was über dich und deine Familie erzählen?

Ich heiße Thomas Scheer, bin seit 2003 mit meiner Frau Anke verheiratet und wir haben zwei Söhne, Jonathan (11) und Sebastian (fast 9). Seit 2005 wohnen wir in der Schultheißallee und gehören seitdem zu St. Kunigund.

Aufgewachsen bin ich in Wöhrd, in der Gemeinde St. Josef. Schon immer mache ich sehr gerne Musik. St Josef stellte mir damals dankenswerterweise einen Übungsraum zur Verfügung. Dort lernte ich auch meinen besten Freund kennen, der wie ich trommelt. Musik ist für mich mehr als ein Hobby, es ist mir ein Bedürfnis, Musik zu hören und Musik zu machen.

Wie kam es denn zu dem Entschluss, in St. Kunigund ehrenamtlich mitzuarbeiten?

Dazu kam ich sprichwörtlich wie die Jungfrau zum Kind. Pater Husmann suchte für den vorherigen Pfarrgemeinderat Kandidaten und sprach mich an, ob ich nicht kandidieren wolle. Ich sagte zu, in der Hoffnung, dass mich sowieso keiner kennt und ich daher auch nicht gewählt werde. So war es dann auch, doch etwa in der Mitte der Legislaturperiode schied ein PGR-Mitglied aus und ich wurde nachberufen. Zunächst beteiligte ich mich nur als Zuhörer, weil alles neu für mich war, doch mit der Zeit versuchte ich auch inhaltlich etwas beizutragen.

Thomas, seit diesem Frühjahr bist du Vorsitzender des Pfarrgemeinderats. Wie erlebst du denn diese Aufgabe?

Diese Aufgabe ist umfangreicher und schwieriger als ich dachte. Es geht um mehr, als nur eine Sitzung zu leiten. Ich sehe mich hauptsächlich als Moderator zwischen den verschiedenen Gruppierungen.

Damit kommen wir zu den Arbeitsfeldern. Welche Schwerpunkte hast du dir gesetzt?

Für sehr wichtig halte ich die Öffentlichkeitsarbeit. Wir brauchen die Vernetzung im Stadtteil, zu den verschiedenen Einrichtungen wie Scharrerschule und Luise, dem Vorstadtverein, dem Zeltnerschloss, der neu gegründeten Stadtteilzeitung Peter, dem Verein für behinderte Menschen und dem Altenheim in der Philipp-Kittler-Straße. Dort müssen wir Präsenz zeigen, Verbindungen aufbauen und die Leute zu Gottesdiensten und Festen einladen. Andererseits kann Kirche auch als kultureller Ort wahrgenommen werden, der von den verschiedenen Gruppen belebt wird.

Ein weiterer Schwerpunkt ist die Ökumene. Als Beauftragter für Ökumene möchte ich die bereits bestehenden Kontakte mit St. Peter pflegen. Sehr gut finde ich, dass das Familienwochenende in Kloster Schwarzenberg zusammen mit unserer evangelischen Nachbargemeinde stattfindet und auch dort engagiert dafür geworben wird.

Außerdem möchte ich die Musik in der Kirche verstärken und beleben. Ich denke an Konzerte, moderne Musik, die Schola.

Last but not least ist mir die Kooperation mit St. Stefan ein Anliegen, das wir ernst nehmen müssen. Die Kooperation muss sich auch nach außen hin ausdrücken. Am Ende könnte ein gemeinsamer Pfarrgemeinderat stehen.

Hast du eine Vision von einer idealen Pfarrei?

Altbundeskanzler Schmidt sagte, wer Visionen hat, soll zum Arzt gehen. Diese Ansicht teile ich nicht. Wir brauchen Visionen in einem biblischen Kontext. Wir treffen uns in St. Kunigund, weil wir Christen sind und unseren Glauben ausdrücken wollen. Die Vielfalt der Gemeinde soll in Gottesdiensten, Gruppen, Feiern und Aktionen Gestalt annehmen. Mein Wunsch ist, dass sich viele Gemeindemitglieder engagieren, auch wenn sie nicht im Pfarrgemeinderat sind.

Die Wahlbeteiligung bei der letzten PGR-Wahl lag bei 5%. Diesen 158 Christinnen und Christen, die zur Wahl gegangen sind, danke ich ausdrücklich. Aber wo sind die anderen 3.000 Wahlberechtigten? Hier ruht ein großes Potential an Kraft und Kreativität, das zur Identität unserer Gemeinde beitragen kann und zum Leben erweckt werden will!

Meine Vision wäre, dass die Kirche voll mit Menschen ist, die wahrhaft christlich miteinander umgehen und achtsam sind in ihrem Reden und Tun. Und es soll eine Musik erklingen, die die Sphären des Himmels füllt und die Menschen im Herzen anrührt. Dann ist Frieden!

Wie du siehst, habe ich viele Ideen, doch deren Umsetzung ist schwierig. Oft fehlen die zeitlichen Ressourcen, geeignete Räumlichkeiten oder - siehe oben - eine engagierte Person. Aber mit Gottes Hilfe wird die Eine oder der Andere zu uns finden.

Thomas, herzlichen Dank für das Interview und viel Erfolg für deine Arbeit im Pfarrgemeinderat.

Thomas Scheer/Gudrun Absenger

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